Ghee – goldenes Glück

Ghee –  goldenes Glück

l’or de l’Ayurvéda

Ghee (sprich es GI aus ) ist geklärte Butter – das bedeutet, ihr wurden Wasser, Milcheiweiss und Milchzucker entzogen. Zurück bleibt reines Butterfett.

In der ayurvedischen Heilkunst kommen neben dem reinen Ghee auch medizinierte Kräuter-Ghees zur Anwendung.

Laut Ayurveda hat Ghee eigentlich nur positive und auch heilende Eigenschaften, hier sind einige davon:

  • es stärkt die Abwehrkräfte
  • es senkt den Cholesterinspiegel
  • es entgiftet, da es fettlösliche Gifte binden und ausleiten kann
  • es stärkt und verbessert die Verdauung
  • es kann die Sehkraft verbessern (mit Ghee kann man wunderbare Augenbäder machen)
  • es werden ihm verjüngende Eigenschaften zugeschrieben und gehört zu den wertollsten Nahrungsmitteln im Ayurveda
  • es verleiht den Speisen einen ausgeprägteren Geschmack

Und: Ohne Ghee ist ayurvedisches Kochen kaum vorstellbar. Natürlich kann man auch ein gutes Öl oder Kokosfett nehmen, wenn man sich ausschließlich vegan ernähren möchte. Doch Ghee ist einfach mehr als nur „Fett“.

Ghee ist für alle Doshas geeignet und wirkt hier regulierend.

Kapha nimmt davon gerne mal ein bisschen weniger, Fett ist Fett… und Kapha-Typen brauchen davon eher weniger :-), Vata kann sich auf seinen Frühstücks-Porridge noch einen Extralöffel dazu tun und wird dadurch geerdet und Pitta fühlt sich ebenfalls wohl mit ausreichend Ghee.

Es schmeckt himmlisch nach Butter, ist sehr hoch erhitzbar und kann zum Braten, Fritieren und Backen verwendet werden (sein Siedepunkt liegt bei 205°C), ohne Schaden zu nehmen oder seinen Geschmack zu verändern (im Gegensatz zu Butter z.B.).

Auch pur ein Genuss – einfach mal ein Löffel Ghee zwischendurch schlecken oder über ein Gericht träufeln – c’est trop délicieux!! – und tut dem Organismus gut.

Mit Ghee schmeckt einfach alles noch besser! 👩‍🍳👩‍🍳👩‍🍳

In der ayurvedischen Küche werden die Gewürze für die Gerichte fast immer vorher in Ghee angebraten. So lösen sich Geschmacksstoffe und ätherische Öle bereits im Ghee und können ihre Wirkung im Gericht später besser entfalten (z.B. Kümmel und Co. in Gerichten mit Linsen und Hülsenfrüchten) – die Speisen werden auf diese Weise schmackhafter und sind sehr viel besser verdaulich.

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So, nun aber zum Rezept:

Probiert es aus, es spricht eigentlich für sich und wer es einmal angefangen hat, kann es nicht mehr lassen – c’est sûr! Selber gemachtes Ghee ist zudem sehr viel günstiger als gekauftes – und außerdem wirklich frisch.

Ghee _ Herstellung
Aus Butter wird goldenes Ghee – l’or de l’ayurvéda

Zutaten für ca. 500 Gramm Ghee:

  • 4 Pack gute Bio-Butter (Süß – oder Sauerrahmbutter – beides geht und ist kein größerer Unterschied zu bemerken)
  • Metallsieb mit Zewa-Papier ausgelegt
  • Großes Gefäß zum Auffangen des Ghees

Und das wars dann auch schon – ich empfehle Ghee aus mindestens 4 Pack Butter herzustellen, weniger lohnt eigentlich nicht. Da Ghee bei sachgemäßer Lagerung nicht schlecht wird, kann man es super auf Vorrat machen. Außerdem hat es einen ziemlichen Schwund 😉 …

Zubereitung:

Die Butter in einem großen Topf – ich nehme gerne einen beschichteten Topf, damit nichts anbrennt – es geht aber auch ein anderer Topf, dann ist das Reinigen danach etwas langwieriger 🙂 – bei kleiner Hitze schmelzen und dann köcheln lassen.

Die gesamte Herstellung des Ghees kann bis zu 45 Minuten dauern.

Während der gesamten Zubereitungszeit bitte NICHT rühren !!!

Warum? Nun, das Ziel ist ja: Wasser, Milchzucker und Milcheiweiß raus. Wasser verdampft, Milchzucker und Milcheiweiß setzen sich unter anderem auch am Topfgrund ab und dort sollen sie auch bleiben.

Während die Butter langsam vor sich hinköchelt, bildet sich oben eine weissliche Schaumschicht – macht nichts und muss auch nicht abgeschöpft werden, die verschwindet während des Kochvorgangs fast vollständig, keine Sorge und der Rest wird zum Schluss beim Abfiltern aufgefangen.

Nach ca. 30 – besser 45 Minuten ist das Ghee normalerweise fertig.

Das Fett sollte nun eine goldgelbe Farbe haben – wurde es zu heiss oder doch zu lange gekocht, wird es braun und fängt auch an, anders zu riechen. Der Geruch sollte nussig-buttrig und ganz mild sein. Entscheidend ist, dem Kochvorgang genug Zeit zu geben und die Temperatur wirklich niedrig zu halten. So kann es lange kochen und das begünstigt sowohl Geschmack als auch die Haltbarkeit!

Nun den Topf vom Herd nehmen und das Ghee durch das Sieb abgießen. Man kann anstelle des Papiers auch ein befeuchtetes Geschirrtuch nehmen – aber ein Papierkrepp ist praktischer und kann über den Müll entsorgt werden.

Et voilà! Nun hast du wundervolles Ghee, das du am besten in einen Tontopf (mit Deckel oder Tuch drauf ) oder ein dunkles Glas umfüllst. Es sollte kein Licht an das Ghee kommen – das beeinträchtigt die Haltbarkeit.

Das Ghee NICHT in den Kühlschrank stellen. Neben der Kochstelle ist der beste Platz, dann hast du es immer zur Hand.

Wichtig ist allerdings: IMMER mit einem sauberen Löffel entnehmen – sonst kann es schlecht werden.

Bonne réussite! 👩‍🍳👩‍🍳